BEWEGLICHEM TAKELWERK

Eine der Besonderheiten des
Schiffes ist der bewegliche Mast mit zwei Fußpunkten (typischerweise aus
Karbon) nach dem Prinzip der Traverse, der sich auf der Hälfte der
gesamten Länge des Schiffes befindet. Das speziell entworfene Vorsegel besteht
aus zwei zusammengefügten Genuas und einem Zusatz in der Mitte, dem sog. Patch
Segel in der Form eines Oleanderblattes. Das Material besteht aus Nylon für
Spinnaker. Die Genuas und der Zusatz in der Mitte sind nach dem Prinzip des
Klavierscharniers am Doppelstag aufgesetzt. Die Doppelstagen bestehen aus 6 mm
dickem Dyneema Seil. Wenn sie gespannt sind (der Mast ist
senkrecht), sind sie miteinander verbunden, während das Patch Segel zwischen
zwei Schichten der Genuas gefaltet ist. Bei halbem Wind funktioniert alles wie
eine gewöhnliche Genua mit einer Fläche von 30 bis 40 m2, nur dass sie aus zwei
Schichten besteht. Bei Rückenwind (zwischen 135 und 225 °), wird die Genua in
den Schmetterling mit zwei Spinnaker bäumen gesetzt und ausgerollt. Der Mast
neigt sich um ungefähr zehn Grad nach vorne, die Vorstage versetzen sich von
alleine und die Patch Segel gehen auf. So bekommt man ungefähr 90 m2
bauchförmigen Segel, ähnlich wie ein „low aspect spinnaker“. Das Großsegel wird
auf diesem Kurs nicht benutzt, es wird im Großbaum aufgerollt. Richtet sich der
Mast bis zur senkrechten Position auf, nähern sich die Vorstage wieder an, die
Genuas rollen sich ein und das Patch Segel verschwindet im vorderen „Rand“ der
Genuas. Beim Segeln gegen den Wind wird zusätzlich zum Großsegel ein 14 m2
Selbstwendefock (staysail) gefahren. Es wird mit Karabinerhaken an dem Seil
fixiert, das sonst zur Fixierung des Mastes dient, wenn dieser sich neigt. Beim
Fahren unter Brücken und bei Reparaturen kann der Mast innerhalb weniger
Minuten, sogar bei starkem Wind, gelegt und gesetzt werden.


